Gründung
Anfang Novenber des Jahres 1966 trafen sich Friedrich Binder, Stefan Handl, Ernst Rebmann, Josef Schäffer, Josef Schwarz, Jakob Weiß und Werner Wolf im
„Vesperstüble Handl“ zu einer gemütlichen Runde. Am Stammtisch entstand die Idee einen Schützenverein zu gründen. Um weitere Interessenten dafür zu gewinnen, wurde folgender Anzeige im Schönaicher Amtsblatt aufgegeben:
Gründungsversammlung
Am Samtag, dem 12. November 1966 um 20 Uhr, findet im Gasthaus „Zur Sonne“, Nebenzimmer, eine Gründungsversammlung des Schützenvereins statt. Es werden alle Interessenten herzlich eingeladen.
Der Beauftragte
Daraufhin trafen sich zwanzig an einem Schützenverein interessierte Männer im Gasthaus „Sonne“ zur Gründungsversammlung des Schützenverein 1966
Schönaich e.V.. Folgendes Gründungsprotokoll ging daraus hervor:
Der Beauftragte Ernst Rebmann begrüßte die Versammlung und eröffnete die Gründungsversammlung.
Kreisvorstandsmitglied Wolfgang Heubach vom Schützenverein Böblingen überbrachte die Grüße und Glückwünsche der Kreisvorstandschaft und des
Kreisschützenmeisters Ernst Heubach, der durch eine Erkrankung an der Teilnahme der Versammlung verhindert war.
Wolfgang Heubach gab den Zuhörern sodann einen geschichtlichen, organisatorischen und sportlichen Einblick in das Sportschützenwesen.
Im Anschluß daran sprachen sich alle anwesenden 20 Interessenten für die Gründung des Schützenvereins 1966 Schönaich aus und traten dem Verein bei.
Der Verein wurde daraufhin konstituiert. Als monatlicher Beitrag wurde DM 1,50 anerkannt.
Daraufhin wurden die Wahlen zum Schützenmeisteramt (Vorstand) durchgeführt. Die Versammlung sprach sich zu Beginn einmütig dafür aus, daß
der neue Vorstand zunächst 1 Jahr im Amt bleiben sollte. Als vorläufige Satzung ist die Mustersatzung des Württ. Landesschützenverbandes anerkannt worden. Der Vorstand solle dann noch eventuelle Satzungsänderungen vornehmen und zu einem späteren Zeitpunkt der Generalversammlung vorlegen.
Die Wahlen ergaben folgendes Bild:
| Oberschützenmeister | Ernst Rebmann, 19 Stimmen |
| Schützenmeister | KarI Huster, 10 Stimmen |
| Schriftführer | Wilhelm Strobel, 15 Stimmen |
| Kassierer | Jakob Weiß, 10 Stimmen |
| Sport- und Jugendleiter | Franz Hügl, 10 Stimmen |
| Beisitzer | Fritz Binder, 13 Stimmen Kurt Sapiatz, 11 Stimmen Gerhard Olbert, 9 Stimmen (Stichwahl) |
Diese Vorstandsmitglieder sind sämtlich in geheimer Wahl gewählt worden.
Der Sportleiter soll bis auf weiteres die Funktion des Jugendleiters mit übernehmen. Als Kassenprüfer bestimmte die Versammlung Hermann Hanselmann und Reinhold Ruoss.
Die Versammlung beauftragte die Vorstandschaft einstimmig, ohne Enthaltungen und Gegenstimmen, beim Amtsgericht Böblingen den Schützenverein 1966 Schönaich in das Vereinsregister eintragen zu lassen.
OSM Ernst Rebmann wies darauf hin, dass es für den Verein zunächst das wichtigste sei, ein Übungsgelände zu finden. Außerdem sollen noch weitere
Mitglieder geworben werden. Mit der Beratung weiterer kleinerer Anliegen wurde die Gründungsversammlung gegen 22:00 Uhr abgeschlossen.
Wilhelm Strobel, Schriftführer
Die Anfänge und der Bau des Vereinsheims
Die Mitglieder des nun gegründeten „Schützenverein 1966 Schönaich e. V. machten sich viele Gedanken, an welchem Platz man seinem Sport nachgehen
konnte. Sämtliche Ideen, wie zum Beispiel „alter Steinbruch, Speidelweg und ,Knebel- Garten“ wurden abgelehnt, es wurde von manchen Anwohnern Schießlärm befürchtet. Da Böblingen zu dieser Zeit im Schiesssport schon aktiv war, wurde für einige Zeit die Bahn beim Nachbarn benutzt.
Das erste Königsadlerschiessen im Jahre 1969 mit dem Kleinkalibergewehr, wurde im alten Steinbruch ausgetragen. Als erster Schönaicher Schützenkönig konnte nun Jürgen Sapiatz gekürt werden. Da es jedoch noch kein Schützenhaus gab, wurde im katholischen Jugendheim gefeiert. Und das wahrscheinlich sehr ausgeprägt…
Als der Abriss der Schönaicher Turnhalle feststand, konnten die Mitglieder dort bis 1970 auf einem provisorischen Schiessstand mit Luftdruckwaffen und
Zimmerstutzen trainieren und auch Wettkämpfe austragen.
Interessant wurde es, als die Gemeinde am Schönaicher Freibad Rohre um die damalige Müllhalde verlegte. Dort bekamen die Schützen dann den Platz für eine 100m Bahn. Als Vereinsheim diente eine alte Holzbaracke. Diese Baracke wurde zum Planungs- und Baubüro für die Vereinsanlage, die auf dem angrenzenden, knapp einem Hektar großen Gelände entstehen sollte.
Am Vatertag 1973 konnten das Schützenhaus, sowie die Luftgewehrbahnen eröffnet werden, zwei Jahre darauf die Kleinkaliberbahn.
Im Jahre 1980 kam eine 25m Pistolenbahn hinzu. Diese wurde im März mit einem ,Schiessen der Gemeinderäte“ und einem zweitägigen Jedermann- Schießen eingeweiht. Nach dem nun abgeschlossenen „Bauabschnitt Pistolenbahn“, der den Vereinsmitgliedern eine enorme Einsatzbereitschaft abverlangt hatte, wurde auf dem Bausektor eine Pause eingelegt, was aber nicht heißen sollte, dass Vorstellungen und Planungen auch ruhten.
Erste Erweiterungen
Ein großer Schritt zur Verwirklichung dieser Vorstellungen war z.B. der Erwerb des an unserer Anlage angrenzenden Grundstücks der Erbgemeinschaft
Brodbeck, welches den Freunden des Bogenschiesssports als Training und Wettkampfstätte dienen sollte.
1987 fand das noch bis heute größte Ereignis des Vereins statt. Wir durften den 30. Landesschützentag in der Schönaicher Gemeindehalle ausrichten. Für einen kleinen Verein wie wir, eine ungeheure Herausforderung. Bei diesem Landesschützentag wurde unserem Vereinsmitglied Jürgen Sapiatz die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg verliehen.
Vorbei war die Ruhepause am 19. August 1987, als mit den Erdarbeiten der Bogenbahn begonnen wurde. Zeitgleich liefen die Vorbereitungen zur Schaffung einer weiteren 50 m Bahn, die gleichzeitig auch als „Kipphase und laufender Keiler-Bahn“ ihren Nutzen haben sollte. Im selben Jahr wurden noch Kostenvoranschläge und Bezuschussung für die neue 50m Bahn angefordert und die Arbeiten für diese gewaltige Erweiterung unserer Schiessanlage wurden in Angriff genommen. Wieder war der Einsatz unserer Vereinsmitglieder gefordert, um den neuen Bauabschnitt zu bewältigen.
Im Frühsommer 1989 konnte diese herrliche Anlage ihrer Bestimmung übergeben werden. Bis heute wird, meist an Wochenenden, regelmäßig auf den „Hasen“ geschossen. Die Bahn ist auch immer wieder Anlaufpunkt für Gastschützen, wie z.B. andere Schönaicher Vereine.
Ausbau zum heutigen Vereinsheim
1990 wurde im Vorfeld für das 25. Vereinsjubiläum die Luftgewehrhalle überdacht, elektrische lO/15m Zuganlagen, sowie eine Heizung und eine
Lüftung eingebaut. In dieser Schießhalle, die im Handumdrehen zu einer Festhalle für bis zu 250 Gäste umgebaut werden kann, finden bis heute noch
Partys wie z.B. unsere beliebte Ortsmeisterschaft statt.
Zum 25. Jubiläum des Vereins 1991, stifteten Jürgen Sapiatz und Jakob Weiß dem Verein eine Fahne, die von Herrn Pfarrer Kraut geweiht wurde. Auch heute noch begleitet sie uns bei Schützentagen sowie Festumzügen und repräsentiert nach außen den Verein. Bei diesem Festakt wurde unserem Vereinsmitglied Frank Lauschke die Ehrennadel des Landes Baden Württemberg verliehen.
Nachdem 1992 die Großkaliberbahn eingeweiht wurde, konnte ein Jahr später das Vereinsheim, das bis dahin eher einer Kantine ähnelte, zu einer schönen
Vereinsgaststätte umgebaut werden.
1995 war es endlich soweit. Mit erheblichem Kostenaufwand konnte der Verein an das öffentliche Kanalnetz angeschlossen werden.
1996 mussten wir wieder zu Säge, Beilund Hammer greifen und unsere zehn Pistolenbahnen überdachen. Mit Ab- und Zuluft, sowie Elektrik kostete das
Projekt ca. 100.000 DM. Zu seinem 60. Geburtstag wurde unserem Vereinsmitglied Peter Krahl die Ehrennadel des Landes Baden- Württemberg verliehen.
1999 Nun stellt uns eine Gasheizung zufrieden.
2004-2006 fand die Jungjägerausbildung der Tübinger Jäger auf unseren Bahnen statt.
2006 feierte der Schönaicher Schützenverein sein 40-jähriges Jubiläum. Sepp Kaspar wurde durch Bürgermeister Grupp mit der Landesehrennadel in Gold
ausgezeichnet.
2007 wurden unsere vordere 50 m Bahnen durch neue Anlagen mit oben laufenden Zugseilen ersetzt. Drei davon umstellbar von 50 auf 100 m.
2011 fand ein Einbruch in unser Vereinsheim statt. Der Diebstahl hielt sich in Grenzen, der Sachschaden belief sich auf rund 6.000 €.
Aufgrund großer Nachfrage wurde 2012 die Bogenbahn komplett neu gestaltet und sollte das neue Schmuckstück des Vereins werden.
Mai 2013 war die Neueröffnung der Bogenbahn und findet bis heute immer mehr sportbegeisterte Bogenschützen. Besonders Schüler und Jugendliche fanden Freude an der schönen Disziplin.
2013 finden die Ordonnanz- und Vorderlader- Kreismeisterschaften in Schönaich statt.
Vom 27.-29. Mai 2016 feiert der Schützenverein Schönaich 1966 e.V. mit seinen damals 166 Mitgliedern sein 50-jähriges Bestehen.